Ein neues Kapitel in der Geschichte der Seegrotten von Hinterbrühl hat begonnen, als ein neues Betreiberteam die Fackel übernahm und sich daran machte, dieses faszinierende Schaubergwerk zu renovieren und zu erweitern.

Mit bereits über 20 Millionen Gästen, die das ehemalige Gipsbergwerk vor den Toren Wiens besucht haben, ist die Seegrotte Hinterbrühl zweifellos eine der herausragendsten Sehenswürdigkeiten Österreichs. Seit mehr als 80 Jahren erfreut sie sich der größten Beliebtheit bei Besuchern jeden Alters.

Doch das ist erst der Anfang. Mit dem neuen Betreiberteam und den umfassenden Renovierungs- und Erweiterungsmaßnahmen steht der Seegrotte Hinterbrühl eine aufregende Zukunft bevor. Besucher können sich auf ein noch intensiveres und beeindruckenderes Erlebnis freuen, das die einzigartige Untertagewelt der Seegrotte in all ihrer Pracht zeigt.

Tauchen Sie ein in ein geheimnisvolles Labyrinth aus Stollen und unterirdischen Gängen, spüren Sie den Hauch der Geschichte auf Ihrer Haut und lassen Sie sich von einer unvergesslichen Bootsfahrt auf Europas größtem unterirdischen See verzaubern. Die Seegrotte Hinterbrühl verspricht ein Abenteuer, das Ihre Sinne beflügelt und Sie noch lange nach Ihrem Besuch faszinieren wird.

Gehen Sie auf eine Reise durch die Jahrhunderte bergmännischer Geschichte und entdecken Sie die verborgenen Schätze der Seegrotte Hinterbrühl. Wir laden Sie ein, Teil dieser außergewöhnlichen Erfahrung zu werden und die Magie der Unterwelt zu erleben.

Hintergrund

Die Seegrotte, einst ein Gipsbergwerk in der malerischen niederösterreichischen Marktgemeinde Hinterbrühl, liegt etwa 15 km südlich von Wien. Seit 1932 dient sie als faszinierendes Schaubergwerk und hat seit 2019 bis 2022 eine umfassende Sanierung durch neue Eigentümer erfahren, um im Jahr 2022 wiedereröffnet zu werden.

Das Herzstück der Seegrotte ist ihr beeindruckender unterirdischer See, der mit einer Fläche von 6200 m² als der größte in ganz Europa gilt. Sieben Quellen speisen diesen atemberaubenden Gewässer, das keinerlei natürlichen Abfluss besitzt. Um den Wasserspiegel konstant zu halten, werden jede Nacht etwa 50–60 Kubikmeter Wasser in den Mödlingbach abgepumpt. Der durchschnittliche Seegrotte ist dabei 1,2 Meter tief, und seine Oberfläche erstreckt sich über großzügige 6000 m².

Verglichen mit dem unterirdischen See von St. Leonard in Saint-Léonard, Wallis, der eine Fläche von 6000 m² aufweist, ist die Seegrotte von Hinterbrühl etwas größer. Dennoch unterscheidet sich dieser See durch seine Entstehung, die auf natürlicher Auslaugung einer Höhle im Gips basiert.

Geschichte

Das Gipsvorkommen in Hinterbrühl, das sich auch in Preinsfeld bei Heiligenkreuz findet, wurde bereits im 18. Jahrhundert entdeckt. 1848 stieß ein Müller beim Brunnenschlagen auf Gips in einer Tiefe von 5 Metern und begann mit dem Abbau von Düngergips. Bereits 1851 umfasste das Bergwerk einen Hauptstollen sowie Nebenstollen und Schächte, und es war geplant, eine unterirdische Eisenbahn für den Materialtransport zu bauen.

1912 führte eine Sprengung zu einem Wassereinbruch von mehr als 20.000 Kubikmetern, der den Betrieb unmöglich machte. Das Bergwerk stand still, bis es 1918 von Friedrich Fischer, einem Likörfabrikanten aus Wien, gekauft wurde. Ursprünglich plante Fischer ein Vergnügungsetablissement, später versuchte er sich an einer Champignonzucht. Im Jahr 1920 ließ er den Förderstollen mit Ziegeln auswölben und plante, das aufgelassene Gipswerk als Schauobjekt und Lehrobjekt zugänglich zu machen.

1932 wurde das Schaubergwerk mit einem alten Militärponton und einem Elektroboot eröffnet. In den folgenden Jahren zog es zahlreiche Besucher an, und 1937/1938 besuchten etwa 50.000 Gäste die Stollen mit dem unterirdischen See.

Während des Zweiten Weltkriegs diente die Seegrotte als Produktionsstätte für Flugzeuge der Wehrmacht. Ein Außenlager des KZ Mauthausen wurde errichtet, in dem Zwangsarbeiter unter Tage arbeiteten. Nach dem Krieg wurde die Seegrotte wieder als Schaubergwerk genutzt und 1948 begannen erneut Führungen.

Im Jahr 1984 zog sich der Pächter zurück, und die Nachkommen Friedrich Fischers übernahmen das Schaubergwerk. Trotz eines tragischen Bootsunglücks im Jahr 2004, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen, wurden die Bootsfahrten bald wieder aufgenommen.

2019 musste die Seegrotte aufgrund baulicher Mängel vorübergehend geschlossen werden. Nach umfassenden Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten wurde das Schaubergwerk im Jahr 2022 unter neuer Betreibergesellschaft wiedereröffnet.

Zugang

Es gibt freie Parkplätze vor der Grotte.

 

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