Nach allgemeiner Auffassung entspringt die majestätische Donau östlich des charmanten Zentrums von Donaueschingen, wo die beiden Quellflüsse Brigach und Breg sich vereinen. Ein poetischer Merkspruch fasst dies treffend zusammen: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg.“ Doch die Geburt der Donau wird auch von mindestens zwei Quellen beansprucht: symbolisch von der Quelle des Donaubachs in Donaueschingen und hydrologisch von der mächtigen Quelle des größeren Quellflusses Breg, verborgen bei der Martinskapelle nahe Furtwangen. Hier, wo das Wasser aus den Tiefen der Erde hervorsprudelt, beginnt die Reise der Donau, die sich durch zahlreiche Länder windet und Kulturen verbindet.

Das Wasser der Flüsse entspringt aus einem Labyrinth von Quellgerinnen, die sich allmählich vereinen. Entlang dieser malerischen Flusssysteme ergibt sich der Hauptstrang, der sich durch die Vereinigung der zunehmend mächtigeren Flüsse bildet und somit die Quelle des gesamten Stroms markiert. Diese Hauptstränge werden nicht nur durch ihre Länge, ihr Einzugsgebiet oder ihre konstante Fließrichtung definiert, sondern auch durch ihre mythologische Bedeutung, die seit jeher mit besonderen Quellen verbunden ist.

Besondere Quellen, sei es durch ihre imposante Größe oder ihre Position am Anfang bedeutender Flusssysteme, trugen oft einen mythologischen Hauch, der sich in Quellheiligtümern und der Verehrung von Nymphen manifestierte. Selbst die Quelle des mächtigen Stroms des Römischen Reiches, die laut Tacitus aus den sanften Hügeln des Abnoba-Gebirges entsprang, wurde von der Göttin des Bergwaldes Abnoba behütet, die sowohl als Quell- als auch als Flussgottheit verehrt wurde.

Trotz ihrer mythologischen Bedeutung ist die hydrologische Rolle der Donauquellen ungewöhnlich gering. Ober- und unterhalb von Tuttlingen verliert die Donau einen beträchtlichen Teil ihres Wassers an das Rheinsystem, was dazu führt, dass sie dort häufig trockenfällt. Bei Ulm wird sie gewässerkundlich betrachtet zum Nebenfluss der wesentlich wasserreicheren Iller und in Passau wird sie sogar vom Inn übertroffen. So bleibt die Donau, trotz ihrer majestätischen Anfänge, ein faszinierendes, aber auch eigenwilliges Gewässer, das seinen eigenen Regeln folgt.

Der Schwob an der Donauquelle

Man hat den Schloßbrunnen zu Donaueschingen in ein prächtiges Steinbecken eingefasst und betrachtet es als die Quelle der Donau. Im Jahre 1813 hatte jemand die ungewöhnliche Idee, die Donau für eine Viertelstunde an ihrer Quelle aufzuhalten. Er setzte sich neben das Ausflußrohr und hielt seine Hand davor. Als ihn ein anderer fragte, was er da treibe, antwortete der Schwabe gelassen: „Ich möchte den Wienern eine kleine Überraschung bereiten: Ich wette, sie werden staunen, wenn plötzlich für eine ganze Viertelstunde kein Wasser mehr fließt!“

Zugang

Bei der Donauquelle hat es Parkplätze in Donaueschingen.