Die Retortenstadt, welche die Ukraine für die Arbeiter des Kernkraftwerks in Tschernobyl gebaut hat, beheimatete 1986 fast 50.000 Einwohner. Dass die Stadt gerade einmal 4 Kilometer neben dem Katastrophenreaktor lag, führte zu einer kompletten Evakuierung. Prypjat liegt noch heute in der unbewohnbaren 30-Kilometer-Zone um das erst seit 2000 vollständig heruntergefahrene Kraftwerk.

Nach der Katastrophe

Die Stadt wurde erst 36 Stunden nach dem Unfall evakuiert, die gewaltige Strahlung hat bis dahin etliche Menschen dahingerafft. Wer heute noch lebt, leidet an Spätfolgen. Nach einer kurzen Radioinformation dauerte die Evakuierung mit 1200 Bussen kaum drei Stunden.

Da der Staat die Bewohner im Glauben gelassen hat, schnell wieder zurückkehren zu können, blieb vieles lange im Originalzustand. Plünderungen und Vandalismus führten zum schrittweisen Zerfall.

Natureroberung heute

Besonders eindrücklich ist die Rückeroberung der Stadt durch die Natur. So ist vieles mit Wald und Büschen überwuchert, wo zu Beginn an Leben kaum mehr zu denken war. Fauna und Flora haben sich als deutlich robuster als der Mensch erwiesen.

Um die Welt gegangen sind die Bilder des Rummelplatzes, des Riesenrads und des Autoscooters. Nur gerade ein paar Tage nach der Katastrophe hätte der Rummelplatz eröffnet werden sollen. So entstand aus einem Platz, der für Freude und Aufregung geplant war, ein sinnbildlicher Kontrast zwischen Leben und Tod.

 

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