Schon zu Römerzeiten, wahrscheinlich auch schon viel früher, galt die Viamala als Nadelöhr zu den Pässen Splügen und San Bernardino. Die wilde Schlucht des Hinterrheins war nie beliebt und dennoch vielbegangen. Mit Wasser und Stein treffen die Elemente heute in der Viamala Schlucht aufeinander und sorgen für ein Naturerlebnis der besonderen Art.

Hintergrund

Zwischen Thusis und Andeer hat das Gletschereis und das Wasser die massiven Felswände bis zu dreihundert Meter tief geschliffen. Säumern und Reisenden bot der Weg trotz der gefährlichen Lage den besten Zugang über die Alpen. Fontane, Nietzsche und andere Philosophen und Schriftsteller waren von der Kraft der Elemente beeindruckt. Letzterer liess sich wie folgt zitieren: «Ich schreibe nichts von der ungeheuren Grossartigkeit der Viamala. Mir ist es, als ob ich die Schweiz noch gar nicht gekannt hätte».

Über Treppenstufen und ein Besucherzentrum ist die Schlucht seit über hundert Jahren erschlossen. Ein in die Felswand gesprengter Tunnel führt direkt zur Besucherplattform inmitten der Naturkräfte.

Abyssum

Die tiefsten Stellen der Viamala werden Abyssum genannt. Es ist dort, wo die Verdammten hausen. Ein Pfarrer aus dem Unterengadin hat einst ein junges Bauernmädchen geschwängert. Nach dem heiligen Nachtmahl zu Weihnacht hat den Pfarrer der Teufel heimgesucht. Zum Stephanstag ist er mit seiner schwangeren Konkubine zur Brücke über der Viamala. Er erstach sie mit einem Messer und warf sie in den Abyssum des wüsten Tobels. Die junge Frau hatte sich aber heftig gewehrt. So fand man im Schnee noch Reste der Haare des Pfarrers, in den Felsen fand man noch ihr Halstuch.

Zugang

Von Thusis geht es mit dem Auto in Richtung Zillis. Es sind einige Parkplätze beim Besucherzentrum vorhanden.

 

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